Ätna Tour im Valle del Bove

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Für diesen Tag hatten wir eine Tagesexkursion mit folgenden Programmpunkten gebucht:

Fahrt zur Lavagrotte
Fahrt zur Lavagrotte

Gegen 10:00 Uhr holten uns die beiden Guides (Naturführer Ätna) mit ihren geländegängigen Fahrzeugen von unserer Unterkunft in Nicolosi ab. Wir waren die letzten Zusteiger nach Catania. Nach den ersten Straßenkilometern in Richtung Osten, immer am Fuße des Ätna entlang, ging es durch den Wald. Geschickt lenkten die Guides die Fahrzeuge über Stock und Stein.

Alle Teilnehmer waren gut drauf und überstanden das Geholper ohne Blessuren. Zwischendurch gab es Erklärungen zur Entwicklung von Flora und Fauna auf vulkanischem Untergrund.

Vorbei an frischen Lavawüsten und solchen, die bereits dicht mit Ginster und Macchia zugewachsen waren, hielten die Fahrzeuge in der Steinwüste. Die erste Station war eine Lavagrotte.

Einstieg zur Grotte
Einstieg zur Grotte

Lavagrotte am Ätna

Lavagrotten entstehen durch die unterschiedlichen Erstarrungstemperaturen der fließenden Lava. An der Außenseite wird der Lavastrom durch die kühle Umgebungstemperatur abgekühlt, während die Lava im Inneren bei ca, 1000 °C weiterströmt. Nach Ende des Stromes bleibt eine Art Tunnel zurück.

Lavagrotte am Ätna
Lavagrotte am Ätna

Es soll über 200 dieser Lavagrotten am Ätna geben, mehr oder weniger groß und begehbar. Durch die Feuchtigkeit in der Grotte hatte sich eine Art Tropfsteinhöhle gebildet, deren Stalaktiten wie Schokoladentropfen aussahen.

Braune Stalagtitenbildung in einer Grotte
Stalagtiten wie aus Schokolade

Im Laufe der Jahrhunderte nach Entstehen der Grotte übernehmen Pflanzen deren langfristige Zerstörung: Zuerst bohren sich die Ginsterwurzeln durch die Decke, deren Wurzeln vom Kondenswasser in der Grotte profitieren.

Valle del Bove

Nach kurzer Fahrt erreichten wir den Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung zum Valle del Bove. Durch ein Wäldchen führt der Weg bergan über sanft bewachsene Vulkanasche zum Eselsrücken "Schiena dell'Asino", von dem man einen Blick über das 4 km breite Valle del Bove hat.

Valle del Bove ist ein Tal aus schwarzen Lavagestein.

Strombolianische Aktivität Mai 2008
Gebiet strombolianischer Aktivität Mai 2008

Valle del Bove entstand in prähistorischer Zeit und wurde zur Viehzucht genutzt.

Die Eruptionen mit Beginn am 10. Mai 2008 ereigneten sich am SüdOstKrater (SEC), der Lavastrom ergoss sich in Richtung Valle del Bove.

Selbst tagsüber zeugte auch am 25. Mai noch ein bergab fließender Lavastrom von der Aktivität.

Unser Führer überließ uns stolz eine Fotografie, die ihm am Abend des 14. Mai vom Monte Zoccolaro aus gelungen war.

Nach diesen atemberaubenden Ansichten ging es zurück zu den Fahrzeugen mit der Aussicht auf ein typisch italienisches Picknick.

Lavastrom über dem Valle del Bove
Lavastrom über dem Valle del Bove Foto 14.05.2008 von Francesco Scrofani

Informationen zum Ätna, den Ausbrüchen und Valle del Bove

Picknick am Ätna

Picknick mit Ciambella, Salami und Ragusano
Picknick mit Ciambella, Salami und Ragusano

An einem kleinen unbewirtschafteten Rifugio deckten wir auf einem Brunnen mit eisigem Wasser die Picknick-Tafel, bestehend aus typischen regionalen Köstlichkeiten: eingelegte Artischocken und Pilze, gegrillte Auberginen in Tomatensoße, dazu Ciambella (ein Brotring), verschiedenen Salami und ein ganzer Ragusano, das ist ein leicht angeräucherter Käse.

Dazu Wasser sowie Wein aus einem der Anbaugebiete des Ätna, feurig rot und sonnenschwer. Als Dolci wurden zum Abschluss "pasticcini di mandorla" und canduccini gereicht.

Frisch gestärkt und abgekühlt fuhren wir zum Espresso zum Rifugio Sapienza, wo wir uns in die Touristenschar einfügten.

Auf dem Kraterrand des Silvestri-Kraters
Auf dem Kraterrand des Silvestri-Kraters

Der letzte Abschnitt unserer kleinen Exkursion führte auf die bereits erloschenen Silvestri-Krater, die bei den Ausbrüchen 1892 entstanden sind, mit Panoramablick über die nach 2002 neu gebaute Serpentinenstraße von Nicolosi, über Catania übers Meer bis Syrakus.

Das Tal des Alcantara Flusses

Die Ganztagestour enthielt lt. Prospekt ebenfalls den Besuch des Alacantara-Tales. Diese wurde zugunsten der etwas längeren Wanderungen zu den Ausbrüchen des Valle del Bove und zu den Silvstri-Kratern weggelassen und passt laut Führern wegen zu langer Fahrzeiten nicht ins Programm.

Das Alcantara-Tal mit seinen Schluchten und dem glasklaren Wasser befindet sich nördlich des Ätna zwischen Castiglione di Sicilia und Linguaglossa und wurde nicht durch den Ätna, sondern durch den Vulkan Móio geformt wurde, einem entfernten Kegel des Ätna. Der Naturpark mit dem berühmten Alcantara-Canyon ist auf jeden Fall einen Tagesbesuch wert. Linguaglossa ist von Catania aus mit der Kleinbahn Circumetnea (Fahrplan und Fahrzeiten Circumetnea) zu erreichen.

Website des Flussparkes Alcantara

 

Den Abend verbrachten wir bei einem typisch sizilianischen Gericht: nach dem Vorspeisenbuffet bestellen wir "Involtini al pistacchio e funghi", das sind kleine Fleischrollen, gefüllt mit Pistazienpaste und mit Steinpilzen garniert. Natürlich darf ein leckerer sizilianischer Nachtisch auf der Basis von Mandeln und Pistazien nicht fehlen.

GPS Tour - Ätna mit Naturführern

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